CNX in der AUTOMOBIL PRODUKTION - Schlanke Produktion und Logistik für E-Fahrzeugwerke

Aus den Unterschieden zwischen E-Fahrzeugen und Fahrzeugen mit klassischem Verbrennungsmotor ergeben sich erhebliche Potenziale für OEMs. So setzen sich E-Fahrzeuge, insbesondere deren Antriebsstrang, beispielsweise aus deutlich weniger Komponenten zusammen. Die geringere Anzahl an Einzelteilen entlastet Lieferantenmanagement, Materialsteuerung und physische Logistik, sodass hier schlankere Organisationsstrukturen ermöglicht werden. Zudem verringern weniger manuelle Montageschritte den Bedarf an direkten Mitarbeitern und der Spielraum für menschliche Fehlerpotentiale wird durch einen höheren Automatisierungsgrad reduziert. Die Folge sind geringere Ausschussraten und niedrigere Kosten für Gewährleistung und Kulanz.

Nichtsdestotrotz stellt die Herstellung von E-Fahrzeugen Produzenten auch vor diverse Herausforderungen. Um kürzere Zyklen in der Komponenten­entwicklung in laufende Fahrzeugprojekte integrieren zu können, ist ein erweitertes, von harten Produktionsunterbrechungen unabhängiges Änderungsmanagement erforderlich.

 Eine weitere Schwierigkeit stellt die Produktion von Hochvoltspeichern dar. Für den Umgang mit und die Montage von Hochvoltspeichern werden speziell qualifizierte Mitarbeiter und sicherheitstechnisch angepasste Anlagen benötigt und auch in der Logistik müssen aufgrund der Gefahrgutvorgaben neue Lager- und Transportprozesse eingeführt werden.

Um das wirtschaftliche Potential trotzdem voll ausschöpfen und die Herausforderungen meistern zu können, sind die intensive Beteiligung und Befähigung aller Mitarbeiter vom Shopfloor bis zu den Führungskräften entscheidend. Unsere Projekterfahrung zeigt, dass dabei der erste Schritt eine klare Formulierung der Ziele sein muss. Wichtig ist danach vor allem die kontinuierliche und aktive Information, Kommunikation und Qualifizierung im Hinblick auf die anzupassenden Abläufe – dies gibt Mitarbeitern und Führungskräften die notwendige Orientierung, vermeidet Stillstand und ineffiziente Arbeitsgänge.

Ein Auszug des obigen Artikels wurde in der Sonderausgabe der Zeitschrift AUTOMOBIL PRODUKTION zum Thema "Vision e" publiziert.

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